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Nachhaltiger Eingriff | Adipositas-Chirurgie kappt Diabetes-Spätfolgen

Mit bariatrischen Operationen sind auch langfristig Erfolge zu erzielen.

Mit bariatrischen Operationen sind auch langfristig Erfolge zu erzielen.

Mit bariatrischen Operationen sind auch langfristig Erfolge zu erzielen.
© Waltraud Grubitzsch / dpa

Die chirurgische Behandlung eine Adipositas kommt Typ-2-Diabetikern auch langfristig zugute. Sie benötigen seltener Antidiabetika und entwickeln weniger mikro- und makrovaskuläre Folgeschäden als konventionell behandelte Patienten.

Die kurzzeitigen Erfolge der bariatrischen Chirurgie bei Typ-2-Diabetikern sind mehrfach belegt. In retrospektiven wie in prospektiven kontrollierten Studien gelang es bei 60–90% der Patienten, den Diabetes in Remission zu bringen. Allerdings gab es die Befürchtung, die positiven Effekte des Eingriffs auf Gewicht und Diabetes könnten innerhalb weniger Jahre weitestgehend verschwinden. Dies wird durch neue Daten einer prospektiven Kohortenstudie jedoch nicht bestätigt. Demnach profitiert ein großer Teil der Patienten auch nach 10–15 Jahren noch von dem Eingriff.

So hatte etwa das Gewicht zwei Jahre postoperativ im Mittel 26,3 kg unter dem Ausgangsgewicht gelegen, nach zehn Jahren betrug die Differenz noch 22,5 kg. Zu beiden Zeitpunkten war der Gewichtsverlust deutlich größer als bei den herkömmlich behandelten Patienten, die nur 3,0 und 4,4 kg abgenommen hatten. Daraus ergab sich auch im Hinblick auf den Diabetes ein anhaltender Vorteil: Nach zwei Jahren war er bei 72,3% der operierten Patienten in Remission, nach 15 Jahren immerhin noch bei 30,4%. Die Remissionsquoten bei den Kontrollpatienten betrugen dagegen nur 16,4% und 6,5%.

Ein Drittel weniger Gefäß-Komplikationen

Dementsprechend kam es bei den Patienten mit Adipositas-Op. auch seltener zu Folgeschäden des Diabetes: Die Rate an mikrovaskulären Komplikationen lag bei ihnen bei 20,6 pro 1000 Personenjahre im Vergleich zu 41,8 bei Standardtherapie. Makrovaskuläre Komplikationen traten ebenfalls signifikant seltener auf:  31,7 vs. 44,2 pro 1000 Personenjahre, was einer adjustierten Risikoreduktion um 32% entsprach.

An der Studie hatten 603 Typ-2-Diabetiker mit einem mittleren BMI von 41 teilgenommen. 343 Patienten gehörten der Op.-Gruppe an; von ihnen hatten 61 ein Magenband erhalten, 227 eine vertikale bandverstärkte Gastroplastik und 55 einen Magenbypass. Im Gegensatz zu anderen Studien, in denen sich der Bypass im Hinblick auf die Diabetesremission als besonders erfolgreich erwiesen hat, war das Behandlungsergebnis in dieser Studie unabhängig von der Art des Eingriffs. Die Studienautoren um Lars Sjöström von der Univerisät Göteborg schließen allerdings nicht aus, dass das den relativ kleinen Fallzahlen geschuldet sein könnte. Ihre Beobachtungen müssten nun in randomisierten Studien überprüft werden.

publiziert am: 16.6.2014 14:45  Autor: Dr. Beate Schumacher  Quelle: springermedizin.de basierend auf:  Sjöström L et al. Association of Bariatric Surgery With Long-term Remission of Type 2 Diabetes and With Microvascular and Macrovascular Complications. JAMA2014;311(22):2297-2304; doi: 10.1001/jama.2014.5988
 
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