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Genanalyse | Aortenklappenstenose: Ist Cholesterin ursächlich beteiligt?

31101401Verkalkungen der Aortenklappe und Aortenklappenstenosen stehen wohl doch in ursächlichem Zusammenhang mit LDL-Cholesterin. Dafür sprechen Ergebnisse einer neuen Studie bei Menschen mit genetischer Veranlagung für erhöhte Cholesterinspiegel.

Die vorliegenden Studiendaten zur Beziehung zwischen LDL-Cholesterin und degenerativer Aortenklappen-Erkrankung ergeben derzeit kein klares Bild.

Einerseits liefern Beobachtungsstudien starke Anhaltspunkte dafür, dass erhöhte Cholesterinspiegel mit einem erhöhten Risiko für Kalzifizierungen und klinisch relevante Stenosen der Aortenklappe assoziiert sind.

Cholesterinsenkung enttäuschte als Prophylaxe

Anderseits verliefen prospektive Interventionsstudien, in denen versucht wurde, durch intensive Cholesterinsenkung die Prognose von Patienten mit manifesten Aortenklappen-Erkrankungen zu verbessern, durchweg enttäuschend. Das scheint auf den ersten Blick gegen eine kausale Beteiligung von Cholesterin an der Pathogenese dieser Erkrankungen zu sprechen.

Jetzt legt eine Forschergruppe um Dr. George Thanassoulis von der McGill University in Montreal neue Studiendaten vor, die wiederum die Annahme stützen, dass wohl doch ein kausaler Zusammenhang besteht.

Genetische Prädisposition im Fokus

Die Untersucher machten sich dabei Ergebnisse sogenannter genomweiter Assoziationsstudien zunutze. In diesen Studien konnten zahlreiche DNA-Varianten – auch Single Nucleotide Polymorphisms (SNP) genannt – identifiziert werden, welche unter anderem die Ausprägung von Plasmalipiden wie LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeride genetisch determinieren – ein Leben lang und unbeeinflusst von anderen Faktoren.

Auf Basis entsprechender Genvarianten bildeten Thanassoulis und seine Kollegen gewichtete genetische Risikoscores für die drei genannten Lipidfraktionen und untersuchten deren Beziehung zur Prävalenz von Verkalkungen und zur Inzidenz von klinisch relevanten Verengungen der Aortenklappe.

Dazu wurden genetische und klinische Daten von 6.942 Teilnehmern des internationalen CHARGE-Konsortiums (Cohorts for Heart and Aging Research in Genomic Epidemiology) sowie von knapp 28.500 Teilnehmern der Malmö Diet and Cancer Study herangezogen und analysiert.

Signifikante Assoziation nur beim LDL-Cholesterin

Ausgehend von der genetischen Prädisposition standen sowohl HDL-Cholesterin als auch Triglyzeride in keiner Beziehung zum Auftreten von Aortenklappen-Erkrankungen.

Anders beim LDL-Cholesterin: Genvarianten, die ihre Träger lebenslang einem erhöhten LDL-Cholesterinspiegel aussetzen, waren signifikant sowohl mit der Prävalenz von subklinischen Klappenverkalkungen als auch mit der Inzidenz von Aortenklappenstenosen assoziiert. Die Studienautoren sehen sich dadurch in der Annahme bestärkt, dass LDL-Cholesterin als kausaler Faktor an der Pathogenese beteiligt ist.

Eine Frage des Timings?

Die Tatsache, dass die Cholesterinsenkung in den Interventionsstudien dennoch wirkungslos blieb, erklärt sich nach ihrer Ansicht sehr wahrscheinlich durch das „Timing“ der Behandlung: Cholesterinsenkung in einem Stadium, in dem die Aortenklappen-Erkrankung bereits manifest geworden ist, kommt wohl zu spät, um die klinische Krankheitsprogression noch entscheidend beeinflussen zu können.

Ob eine sehr früh begonnene Senkung der Cholesterinspiegel Aortenklappen-Erkrankungen besser vorbeugt, muss allerdings in Studien noch bewiesen werden.

Quelle: springermedizin.de basierend auf: Smith JG et al. Association of low-density lipoprotein cholesterol-related and genetic variants with aortic valve calcium and incident aortic stenosis. JAMA 2014; online 26. Oktober 2014

Quelle: springermedizin.de Quellendetails
 
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