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Vorhofflimmern | Effektive Antikoagulation auch im Alter

HALLE/SAALE. 

Menschen in höherem Alter mit Vorhofflimmern gehören zur Gruppe mit dem höchsten Risiko für einen kardioembolisch bedingten ischämischen Schlaganfall.

Diesem Patientenkreis sollte eine wirksame Antikoagulation mit einer geeigneten Substanz bei Fehlen von Kontraindikationen nicht vorenthalten werden.

Dies betonte Professor Roland Hardt, Klinik für Akutgeriatrie, Katholisches Klinikum Mainz. Nicht-valvuläres Vorhofflimmern (VHF) gilt als häufigste Herzrhythmusstörung insbesondere im Alter.

Schätzungen gehen von rund 6 Millionen Betroffenen in Europa aus (bis 15 Prozent unter den über 80-Jährigen). Für Patienten mit einem VHF besteht ein fast 5-fach erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Dennoch erhalten die meisten älteren Patienten mit VHF häufig ASS anstelle der eigentlich indizierten Antikoagulation, erklärte PD Dr. Philipp Bahrmann von der Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal.

Ältere Patienten mit einem CHADS2-Wert 2 sollten auch bei hohem Sturzrisiko eine lebenslange Antikoagulation erhalten, es sei denn, die neurologische und geriatrische Beurteilung spreche dagegen, so Bahrmann bei einer von BristolMyers Squibb und Pfizer unterstützten Veranstaltung in Halle/Saale.

Neue orale Antikoagulantien (NOAK) zeichnen sich durch leichtere Anwendbarkeit und ein günstigeres Nutzen-Risiko-Verhältnis im Vergleich zu Vitamin-K-Antagonisten aus, betonte Bahrmann.

Mit Apixaban (Eliquis®) steht ein NOAK zur Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern zur Verfügung, das nur zu einem geringen Anteil renal eliminiert wird und sich somit bei eingeschränkter Nierenfunktion besser eignet als Vergleichspräparate.

Der orale direkte Faktor-Xa-Inhibitor erwies sich in der ARISTOTLE-Studie dem Vitamin-K-Antagonisten Warfarin als überlegen hinsichtlich des Auftretens von Schlaganfällen: jährliche Ereignisrate von 1,3 Prozent versus 1,6 Prozent.

Zudem verursachte Apixaban weniger Blutungen und wies eine geringere Mortalität auf. (zi)

 
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